Nutzung frei im Rahmen der Berichterstattung
¸ber die Ausstellung „Mies van der Rohe”
Bei –ffentlicher Nutzung ist der jeweilige Bilduntertitel anzubringen.

Anforderung von Abz¸gen
Schloţ Sch–nbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.,
Josepha Haselböck
Telefon: +43/1/811 13-335
Telefax: +43/1/811 13-334
E-Mail: haselboeck@schoenbrunn.at


 

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Begleitprogramm zur Ausstellung

Donnerstag, 24.10.2002 - 19.00 Uhr
Vortrag von Dir. Dr. Wolf Tegethoff, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München: „Die Intimität des offenen Raumes: Die Möbelentwürfe Mies van der Rohes im Rahmen seiner Wohnhausarchitektur“

Donnerstag, 14.11.2002 - 19.00 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat, Universität für Angewandte Kunst: „Gender und Wohnen: Das Haus Tugendhat“

Donnerstag, 28.11.2002 - 19.00 Uhr
Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Irene Nierhaus, Universität Bremen: „Bild/Schirm. Grenzen und Oberflächen des Privaten“

Adresse
Kaiserliches Hofmobiliendepot, Andreasgasse 7, 1070 Wien
Öffnungszeiten
Dienstag - Sonntag von 10.00 - 18.00 Uhr
Führungen
Sonntag und Feiertag um 15.30 Uhr, Gruppen gegen Voranmeldung
Eintrittspreise
Ausstellung und Museum: € 6,90 (Ermäßigungen auf Anfrage)
Vorträge: € 4,00
An Tagen mit Vorträgen ist die Ausstellung bis 19.00 Uhr geöffnet. Ab 18.00 Uhr inkludiert das Ticket für den Ausstellungsbesuch auch den Besuch des Vortrages.

Zur Ausstellung erscheint ein eigener Katalog über die Möbel und Fotos aus der Villa Tugendhat. Weiters ist der Katalog des Vitra Design Museums erhältlich.

Donnerstag, 17.10.2002 - 19.00 Uhr
Der Bezirksvorsteher zu Gast im Hofmobiliendepot Diskussion zum Thema: „De-sign oder Nicht-sein“ Eintritt frei

Änderungen vorbehalten

Ludwig Mies van der Rohe – die Ausstellung

Das Kaiserliche Hofmobiliendepot präsentiert in einer großen Sonderausstellung Ludwig Mies van der Rohe und seine wichtigsten europäischen Bauten und Möbelentwürfe: die Weißenhof-Siedlung in Stuttgart, den Deutschen Pavillon für die Weltausstellung in Barcelona und die Villa Tugendhat in Brünn. Die Ausstellung des Vitra Design Museums wird für die Präsentation in Wien exklusiv mit vier Objektendarunter die Speisezimmeranrichteund Fotodokumenten aus der Villa Tugendhat ergänzt, die aus Privatbesitz stammen und zum Teil erstmals zu sehen sind.

Ludwig Mies van der Rohe – der Designer

Auch wenn Mies van der Rohes Hauptinteresse der Architektur galt, war die Gestaltung von Möbeln ein wichtiger Aspekt bei der Innenausstattung seiner Gebäude. Seine wichtigsten Möbelentwürfe entstanden zwischen 1927 und 1931, also in einer relativ kurzen Zeitspanne. Trotzdem gehören seine Möbel heute zu den bedeutendsten Entwürfen der Designgeschichte.
Für die Weißenhof-Siedlung entwarf Mies van der Rohe 1927 den ersten Freischwinger und verhalf damit dem Stahlrohrmöbel zum Durchbruch. Als um 1929/1930 eine Welle von Stahlrohrmöbeln den Markt zu erobern begann, schuf er wiederum drei formal völlig neue Modelle: die Sessel für den Deutschen Pavillon in Barcelona und für die Villa Tugendhat in Brünn bestanden zumeist aus Flachstahl anstelle von Stahlrohr.
Die sprichwörtliche Eleganz dieser Möbelwie auch der Gebäudeberuht jedoch nicht nur auf der Verwendung exklusiver Materialien, sondern ist das Ergebnis einer sorgfältigen Proportionierung und Detailarbeit.

Ludwig Mies van der Rohe – der Architekt

Ludwig Mies van der Rohes architektonisches Erbe und sein Wirken als Organisator und Lehrer verliehen ihm auf dem Gebiet der Architektur eine Bedeutung, die nur mit Le Corbusier oder Frank Lloyd Wright vergleichbar ist. Unter dem Einfluß seiner wichtigsten europäischen Werke legte die Bewegung der modernen Architektur ihren experimentellen Charakter ab. Seit Philip Johnson und Henry-Russell Hitchcock 1932 die Bezeichnung „Internationaler Stil”prägten, um die unterschiedlichen Bestrebungen der europäischen Avantgarde in der Architektur zusammenzufassen, assoziiert man diesen Begriff mit einer eleganten Stahl- und Glas-Architektur im Stile Mies van der Rohes. Bis in die 60er Jahre hinein dominierte dieser Stil das Baugeschehen weltweit.

Die Villa Tugendhat – ein fotografisches Dokument

„... jedenfalls habe ich die Räume nie als pathetisch empfunden, wohl aber als streng und groß jedoch in einem Sinn, der nicht erdrückt, sondern befreit.“ (Grete Tugendhat)

Die Ausstellung widmet sich auch einem bisher weniger beachteten Aspekt der Villa Tugendhat. Als leidenschaftlicher Fotograf und Filmer beauftragte Fritz Tugendhat Mies van der Rohe mit dem Einbau einer Dunkel- und Projektionskammer. Seine Fotografien dokumentieren die Wirkung und Funktion der Einrichtung auf das Familienleben aus der Perspektive der Auftraggeber.
Mit seinen Aufnahmen vom Einzug in den Neubau 1930 bis zur erzwungenen Emigration 1938 widerspricht der Auftraggeber der zeitgenössischen Architekturkritik, die das Haus Tugendhat im Alltag für unbewohnbar hielt. Ganz selbstverständlich ist der Umgang der wachsenden Familie mit der avantgardistischen Architektur, die die Auftraggeber in ihrer puristischen Ästhetik als „Befreiung“ empfanden.

„... man kann verschiedene Anschauungen haben, aber jeder, der diese Räume sieht, wird früher oder später zu der Erkenntnis kommen, daß hier wahre Kunst ist. Dies danken wir Herrn Mies van der Rohe. “(Fritz Tugendhat)

 


Bild 2
Selbstporträt Fritz Tugendhat mit Stillleben und Agfa-Stufenfarbentafel, Bromöldruck
Foto: Fritz Tugendhat
© Daniela Hammer-Tugendhat

Bild 3
Speisezimmeranrichte von Mies van der Rohe für die Villa Tugendhat, Brünn
Makassarebenholzfurnier, innen Ahornfurnier
Foto und ©: Margherita Spiluttini

Bild 4
Barcelona Sessel, 1929, Bandstahl verchromt, Leder
Bamberg Metallwerkstätten, Berlin
Foto und ©: Vitra Design Museum / Thomas Dix


Freischwinger mit Armlehnen, MR 20, 1927, Fragment, Stahlrohr lackiert, Korbgeflecht,
Bamberg Metallwerkstätten, Berlin
Foto und ©: Vitra Design Museum / Thomas Dix